Kunst.Macht.Nachhaltigkeit. 

Unter diesem Titel organisieren das Institute for Advanced Sustainability Studies in Potsdam (IASS) und das Wuppertal Institut für Klima, Energie, Umwelt in diesem Jahr eine Veranstaltungsreihe, bei der Künstler*innen, Wissenschaftler*innen und Politiker*innen in verschiedenen Formaten zusammentreffen, um an neuen Formen der Kooperation von Kunst und Wissenschaft zu arbeiten.
Den Auftakt machte das IASS mit dem Workshop „Kunst.Macht.Forschung.“ am 25. März, zu dem Künstler*innen und Wissenschaftler*innen eingeladen waren, die bereits Erfahrung mit Kooperationsprojekten haben und größtenteils - aber nicht ausschließlich – zu nachhaltigkeitsbezogenen Themen arbeiten. Während des fünfstündigen Workshops stellten sich die 16 Teilnehmenden teils alleine, teils in Kleingruppen und teils alle gemeinsam die Frage, wo Hindernisse für eine gelingende Zusammenarbeit von Kunst und Wissenschaft liegen und was für Unterstützungsstrukturen benötigt werden.
Die Erkenntnisse aus diesen wenigen aber intensiven Stunden der Zusammenarbeit: Bereits in der Herausstellung und strukturellen Verankerung der Gegensätzlichkeit der beiden Seiten liegt ein Problem – natürlich neben anderen Hindernissen wie einem Machtungleichgewicht zwischen den Disziplinen, sprachlichen Hürden, einer Einengung durch zu starke Zielvorgaben und zu viel Bürokratie, einem Mangel an Zeit und Geld sowie zu wenig Wertschätzung und Anerkennung für diejenigen Künstler*innen und Wissenschaftler*innen, die sich auf Kooperationen einlassen und transdisziplinär arbeiten möchten.
Alle Teilnehmenden waren sich darin einig, dass es dringend Begegnungsräume, sogenannte „Dritte Orte“ braucht, die weder wissenschaftliche Institutionen noch klassische Kulturorte sind. Räume, in denen sich Wissenschaftler*innen, Künstler*innen und vielleicht auch andere Akteure treffen können, um in einen Austausch zu kommen und dann auch gemeinsam an Nachhaltigkeitsfragen zu arbeiten. Orte, an denen alle Beteiligten den gleichen Status und die gleichen Rechte haben.
Viele Fragen blieben am Freitag noch offen: Wie genau soll ein solcher Ort aussehen? Ist er digital oder analog? Welche Formen der Zusammenarbeit sollen dabei priorisiert werden und was heißt das für Auswahl- und Förderkriterien? Diese und noch andere Fragen werden aber – hoffentlich! – in den weiteren Veranstaltungen der Reihe beantwortet werden.
 
Veranstaltungen der Reihe „Kunst.Macht.Nachhaltigkeit“:
1. Kunst.Macht.Forschung: Kunst-Wissenschafts-Kooperationen besser verstehen und vernetzen
Wie können geeignete Unterstützungsstrukturen für Kunst-Wissenschafts-Kooperationen im Bereich Nachhaltige Entwicklung aussehen?
Workshop mit Künstler*innen und Wissenschaftler*innen
Im IASS (Potsdam), 25.03.2022
 
2. Kunst.Macht.Europa:  Ist das Europäische Bauhaus in der deutschen Kunst- und Designlandschaft angekommen?
Ist der Bauhausgedanke aufzuwärmen oder ist eine Formsprache der Nachhaltigkeit in der künstlerischen Freiheit beheimatet?
„Kaffeeplausch“ mit Künstler*innen, Designer*innen und Kulturpolitiker*innen aus NRW
In Wuppertal oder dem Landtag von NRW, Juni 2022

3. Kunst.Macht.Transformation: Fördermodelle für künstlerische Nachhaltigkeitsforschung
Was sind notwendige Kriterien für die Förderungen von Kunst-Wissenschafts-Kooperationen? Wie und von wem können Auswahl- und Bewerbungsprozesse gestaltet werden? Welche Typen von Projekten brauchen welche Förderzeiträume und was für Arten der Förderung gibt es bereits?
Workshop mit Kulturpolitiker*innen, Künstler*innen und Wissenschaftler*innen
Im Refugio (Berlin), 16.09.2022

4. Kunst.Macht.Wissenschaft: Fundament oder Krönung?
Kunst, Kultur und Nachhaltigkeit - Ist die Nachhaltigkeitsforschung auf diesem Auge bisher blind? Wenn ja: Was können Kunst- und Musikhochschulen zur großen Transformation beitragen? Welche Rolle wollen sie einnehmen und welche Strukturen würden sie dafür benötigen? 
Austausch mit Vertreter*innen von Kunsthochschulen
Online oder hybrid, November 2022